Selbstironie ist eine freundliche Form von Intelligenz. Sie bedeutet nicht, sich selbst abzuwerten oder anderen zu erlauben, uns respektlos zu behandeln. Sie bedeutet, die eigenen Fehler, Schwächen und Starrheiten mit einem reifen Lächeln betrachten zu können, ohne alles in einen Kampf zu verwandeln.

In einer Welt, in der alle immer recht haben müssen, ist Selbstironie fast revolutionär. Wer über sich selbst lachen kann, zeigt etwas Wichtiges: Ich bin nicht so zerbrechlich, dass ich jeden Zentimeter meines Egos verteidigen muss. Ich kann Fehler machen, mich korrigieren und Spannung lösen, ohne Würde zu verlieren.

In Beziehungen Kanten abzurunden heißt nicht, die eigenen Ideen aufzugeben. Es heißt, den besten Weg zu wählen, sie auszudrücken. Oft streiten wir nicht nur wegen des Inhalts, sondern wegen Ton, Zeitpunkt und Form. Ein wahrer Satz, schlecht gesagt, kann verletzen. Eine richtige Kritik, hart formuliert, kann eine Tür schließen statt öffnen.

Sich in den anderen hineinzuversetzen ist schwierig, aber wertvoll. Bevor wir antworten, können wir fragen: Was versucht diese Person zu schützen? Stolz, Angst, Müdigkeit, das Bedürfnis nach Anerkennung? Nicht hinter jedem harten Ton steckt böser Wille. Manchmal steckt Unsicherheit dahinter.

Selbstironie kann Spannung entschärfen. Nach einem Fehler zu sagen „Das war ein Meisterwerk rückwärts“ kann den Weg zur Lösung öffnen. Natürlich braucht Ironie Maß und darf nicht zu Sarkasmus gegen andere werden.

Kanten abzurunden macht uns nicht schwach. Es bedeutet, stark genug zu sein, nicht aus jeder Ecke eine Verletzung zu machen.